100% Frau
Vor einiger Zeit kam mir plötzlich der Gedanke, etwas mit und für Frauen zu tun. Wir sollen wache und stolze Frauen sein, völlig verbunden mit unserer weiblichen Seite und ohne Bedürfnis nach Anerkennung und Bestätigung, einfach Frau sein – pur.
Nach kurzer Vorbereitung nahm mein Workshop ’100% Frau’ klare Formen an. Alle Ideen und Gedanken die schon eine zeitlang warteten, flossen reibungslos hinein. Mit einer begeisterten Gruppe von Frauen war ich am Pfingstwochenende auf Oasis in Kalmthout (Belgien), wo wir den Alltag hinter uns lassen konnten.

100% Frau
Das weibliche Denken ist zeitlos
Das Programm gestaltete sich so, das jede von uns ihre einst weggedrückten Themen ungezwungen und natürlich wieder aufgreifen konnte. Jede legte auf ihre persönliche Art und Weise erneut Kontakt mit ihrem wahren Frau-sein.
Das männliche Denken ist in Raum und Zeit strukturiert, es greift Probleme direkt an und agiert mit sofortigen Maßnahmen.
Das weibliche Denken ist zeitlos und ermöglicht dadurch Freiraum, daß sich Dinge, die vorher im Äther empfangen wurden, frei entfalten können. Anscheinend können diese beiden Denkarten nicht zusammen arbeiten. Dem ist aber nicht so, wir sollen gerade einen Weg finden dies zu bewerkstelligen.
Zu viele Systeme stürzen zusammen
Wir können Zeit und Raum nicht wegdenken. Wir können uns dem sehr wohl eine Weile entziehen, aber nach einiger Zeit kommen sie erneut in unser Bewußtsein, z.B. wenn wir Hunger oder Durst bekommen.
Aber um jetzt konstant in Zeit und Raum zu verkehren, hat der Menschheit noch nie viel Gutes gebracht. Zu viele Systeme, die immer weiter durchstrukturiert werden; zu gegebener Zeit stürzen alle zusammen, weil sie die natärliche Elastizität verlieren.
Eine gute Übung für unsere weibliche und männliche Seite
Eine gute Übung, sich der eigenen weiblichen und männlichen Seite bewußt zu werden ist: Brot backen.
Das Besorgen der Zutaten und das Vorbereiten ist sehr männlich. Ich nenne das gerne den organisatorischen Rahmen festlegen.
Danach aber müssen wir eine kleine Hürde nehmen, nämlich wenn alle Zutaten in der Schüssel zusammen kommen. Dies ist der Moment in dem das männliche Denken dem weiblichen Platz machen muß, mit der inneren Sicherheit und dem Vertrauen, daß alles gut wird.
Jetzt übernimmt unser weibliches Denken den weiteren Verlauf. Wir kneten den Teig, mengen mit unseren Händen und der Energie die daraus strömt, alle Zutaten. Obwohl dies eine äußerst gefühlvolle Handlung ist, benötigen wir doch starke körperliche Kräfte dafür. Und diese stehen der weiblichen Seite absolut zur Verfügung.
Dann kommt eine Pause, eine Art Vertrauensakt. Wir decken den soeben gekneteten Teig zu und stellen ihn an einen ruhigen, warmen Ort, an dem er gehen kann.
Es geschieht jetzt etwas, das wir nicht direkt wahrnehmen können, aber wovon wir wissen, daß es äußerst wichtig ist. Der Prozeß kann nur einen Fortgang finden, wenn wir ihn in Ruhe lassen und ihm Zeit geben.
Der weiblichste Aspekt von allen
Und das ist der wohl meist weiblichste Aspekt von allen: wissen um was es geht und sich darüber im Klaren sein, daß nur im vertrauensvollen Loslassen der nächste Schritt zustande kommen kann.
Der weibliche Arbeitsschritt wird zwei Mal wiederholt, wir kneten zwei Mal und lassen den Teig zwei Mal gehen; die Zahl zwei ist weiblich. Der Teig kommt dann in der Backform in den Ofen. Er bekommt seine Feuertaufe. Unser innerliches Feuer ist das Element, welches für unsere Willenskraft, unsere Lebenskraft steht. Das Feuer sorgt dafür, daß das Brot gebacken wird, vervollständigt wird. Wir fühlen, riechen, sehen es und etwas in uns ruft ‘fertig’. Dann können wir uns mit dieser neuen Schöpfung verbinden, indem wir sie verzehren.
Alles kommt durch das Zusammenspiel zustande
Wenn wir bedenken, daß alles was zustande kommt, jede Handlung durch das Zusammenspiel von männlicher und weiblicher Kraft erfolgt, können wir ganz deutlich erkennen, daß beide absolut gleichwertig und gleich wichtig sind. Sie haben beide ihren bestimmten Platz im Schöpfungsakt. Das Eine kann nicht ohne das Andere. Und ohne ein harmonisches Zusammenspiel von Beiden, entsteht auch keine Harmonie, so sehr wir das auch beabsichtigen.

Das Labyrinth
Räume der weiblichen Seite Platz ein
Räumen wir der weiblichen Seite keinen Platz ein, dann unterbrechen wir den Gärungsprozeß des ‘Teiges’. Und wer diesen Fehler einst gemacht hat, weiß, das er irreparabel ist und das Resultat höchstens minimal sein wird.
Eine zu starke Verbundenheit mit der weiblichen Seite gibt es nicht.
Menschen die sich damit zu stark verbunden fühlen und glauben dadurch zu keiner aktiven Handlung mehr übergehen zu können, stehen absolut nicht mit ihrer weiblichen Seite in Verbindung. Diese haben sie für Angst und Unsicherheit eingetauscht. Und Angst ist weder weiblich noch männlich.
Angst ist ein Überlebensprogramm
Angst ist ein Überlebensprogramm, ein Programm, das bereit steht, uns zu schützen indem es in Streßmomenten unser Bewußtsein übernimmt. Angst und Liebe können nicht im Selben Moment existieren ! Um von der Angst weg zu kommen, müssen wir uns für die Liebe entscheiden und das bedeutet gerade, daß wir vertrauen müssen, uns auf die weibliche Seite verlassen müssen.
Frau-sein gibt einem Kraft
Weil ich eine Frau bin, tendiere ich natürlich mehr zu dieser Seite, schließlich habe ich mich für dieses Geschlecht entschieden. Und je mehr ich das tue, desto mehr erfahre ich wie angenehm das ist.
Wenn du dich erneut deinem wahren Frau-sein öffnest, in welcher Form dann auch, wirst du sehr viel Annehmlichkeiten und Leichtigkeit erfahren.
Du wirst konstant neue Dinge entdecken: Obwohl neu sind sie ja nicht gerade, es ist mehr ein zurückfinden von verloren geglaubten Eigenschaften. Diese kannst du wieder integrieren und auf die Art wieder ‘rund’ und pur werden.

100% Frau
Ich brauchte lediglich dem Strom zu folgen
Während des Vorbereitens eines Projektes, bin ich noch nie so entspannt gewesen. Alles fiel wie Puzzelstücke ineinander. Ich brauchte lediglich dem Strom zu folgen. Das wahre Frau-sein in uns wecken, darum ging es. übereinstimmend mit dem Tagesrhythmus, entsprechend der jeweiligen Zeit, wurde es in uns wach, um seine natürliche Form in uns auszufüllen. Es bestand eine echte Harmonie und Geborgenheit. Je mehr ich die Gruppe beobachtete, desto gerührter war ich.
Wir können so viele Dinge in unserem Leben lösen, wenn wir unsere Aufmerksamkeit mehr auf das wahre Frau-sein richten. Und nein, es bedeutet nicht, die Hände in den Schoß zu legen und zu warten, zuerst müssen wir kräftig kneten !
Ein stärkeres Band mit meinen weiblichen Vorahnen
Ich habe diesen Workshop genossen. Ich fühle erneut ein viel stärkeres Band mit meinen weiblichen Vorahnen, mit meiner Großmutter, meiner Mutter und der Erdenmutter. Und ich bin allen dankbar für all ihre Mühe und Entbehrungen, die sich auf sich genommen haben um den irdischen Teig zu kneten, so daß ich heute tun kann, was ich tue.

Oasis in Kalmthout (B)
Nächster Workshop
Anfang September organisiere ich erneut einen Workshop ’100% Frau’. Der Workshop findet in dem Landhaus Oasis in Kalmthout (Belgien) statt. Oasis ist nicht nur ein wunderschönes Haus mit großem Garten und Kraftplatz, sondern es liegt auch Mitten in einem Naturreservat.
Hier können wir ungestört meditieren, singen, Musik machen, wandern und uns mit Farben und dem Aquarell-Malen beschäftigen. Wir vertiefen uns in den Originaltext des Vater Unsers, den Erdenrhythmus, den Mondzyklus, irdischen Festtage und die vier weiblichen Energiekräfte, sowie in die Symbolik der Märchen.
Vom 3. – 5. September 2010 gebe ich diesen Workshop auf Deutsch. Solltest Du Interesse haben teilzunehmen, bist du herzlich willkommen. Weitere Informationen stehen unter Kurse & Vorträge oder nimm einfach Kontakt mit mir auf.
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Du hast das Recht völlig glücklich zu sein. Glücklich sein mußt du dir nicht erst verdienen. Es ist der normale Zustand deines Wesens und es ist dein Geburtsrecht, genauso wie die Entscheidungsfreiheit !
